Die Arbeit in den Wasserschleifen

In der “Historischen Weiherschleife“ werden die einzelnen Arbeitsgänge wie sie ehemals die Bachschleifer vornehmen mussten demonstriert: das Sägen der Steine, das Ebouchieren, das Schleifen und das Schmiergeln und Polieren.

Das Sägen der Rohsteine ist der 1. Arbeitsgang: bild038Die Trennscheibe von ca. 40 cm Durchmesser und 1 mm Stärke läuft in einem Petroleumbad, damit Stein und Blatt gekühlt bleiben. Schraubstockartige Zangen halten den Stein. Damit jeder beliebige Schnitt ausgeführt werden kann, ist diese Haltevorrichtung nach beiden Seiten - vorwärts und rückwärts - beweglich. Große Steinkenntnisse und viel Erfahrung gehören dazu, um eine bestmögliche Auswertung des Rohmaterials zu erreichen.

Ebouchieren ist der 2. Arbeitsgang: d. h. formen, bild037höhlen und gestalten der Steine. Dazu werden Silizium-Karbidscheiben benötigt, die in allen Körnungen, Härten und Abmessungen vorhanden sein müssen, um alle Steinarten und jede Form schleifen zu können. Kleinste Steine werden auf Holzstäbe aufgekittet, etwas größere mit einem Schleifholz gehalten. Stücke wie Schalen, Vasen, Dosen, Ascher usw. werden frei aus der Hand geschliffen, was sehr viel Feingefühl erfordert.

Der 3. Arbeitsgang ist das Schleifen: Bei dieser Tätigkeit liegen die bild019Schleifer bäuchlings auf Kippstühlen, eine ungewöhnliche aber historische und traditionelle Art des Schleifens. In dieser Lage kann der Schleifer einen besonders starken Druck an Grob- und Feinschliff ausüben. Die Profile und Schleifbahnen werden mit Karborundum und Grauwacke eingeschliffen. Beim Schleifen läuft das Wasser über den Stein, damit eine Kühlung erfolgt und eine möglichst geringe Staubentwicklung entsteht. Die Schleifsteine kommen aus den Sandsteinbrüchen der Pfalz. Bekannt sind die Sandsteinbrüche aus Bruchmühlbach. Die Steine sind ca. 2 m groß, 50 cm dick und wiegen ca. 3 Tonnen. Ihre Haltbarkeit beträgt bei ständigem Einsatz 7 bis 8 Jahre. 

Der 4. und letzte Arbeitsgang umfasst das Schmirgeln und Polieren. bild039Er wird je nach Gesteinsart mit verschiedenen Poliermitteln ausgeführt und erfordert eine enorme Behutsamkeit. Schon viele schöne Raritäten sind kurz vor der Fertigstellung zerbrochen. Mit Holz-, Kork- oder Filzscheiben und den entsprechenden Poliermitteln wird der Edelstein auf Hochglanz gebracht. Erst dann kommen die Farben und Zeichnungen zur Geltung, die in schönen Variationen den Steinen Ausdruck verleihen. Das alles unvergänglich zu machen, ist des Schleifers Tätigkeit und erfüllt ihn mit Stolz.